Menschen kaufen Volvos wegen ihrer schönen Innenausstattung, der raffinierten Fahrdynamik und der hohen Sicherheit. Genau das bringt der neue EX60 mit an den Tisch.
Vorteile & Nachteile im Überblick
- Vorteile: Wunderschönes, hochwertiges Interieur, raffinierte Fahrdynamik, geschmeidiges One-Pedal-Driving.
- Nachteile: Gewöhnungsbedürftiges, kleines Lenkrad; unintuitive und generische Bildschirmoberfläche; es fehlen physische Tasten.
Der Übergang zur Elektromobilität hat in der Automobilindustrie zahllose Reaktionen hervorgerufen. Für Traditionshersteller bedeutet das manchmal, etwas völlig Neues zu versuchen. Oder, wenn man Volvo ist, besinnt man sich auf die Grundpfeiler dessen, was einen Volvo zu einem Volvo macht: ein schönes, aber zurückhaltendes Interieur, die Priorisierung von Sicherheit und eine raffinierte Fahrdynamik.
Aus diesem Grund fühlt sich der neue 2027er Volvo EX60 trotz eines gründlich modernisierten Innenraums und eines rein elektrischen Antriebsstrangs, der ihm Supersportwagen-Fahrleistungen verleiht, irgendwie vertraut an.
Neues Design, das sich sofort heimisch anfühlt
Menschen sind visuelle Wesen, und die Vertrautheit des EX60 beginnt bei seiner Optik. Glücklicherweise sieht er aus wie ein echter Volvo, mit fließenden, verjüngten Linien, die zu einem relativ niedrigen cW-Wert beitragen. Das markante Design der C-Säule wirkte auf uns allerdings etwas gewöhnungsbedürftig und lässt das SUV aus der Dreiviertelansicht am Heck ein wenig unproportioniert wirken.
Im Inneren erwartet einen eine Fülle von luftigem skandinavischem Minimalismus, akzentuiert durch hochwertige Materialien. Auch wenn die hellen Nappalederflächen anfällig für Schmutz wirken und recht klinisch erscheinen können, fühlt sich alles butterweich an und bietet außergewöhnlichen Sitzkomfort.
Besonders lobenswert sind die Ablagemöglichkeiten in der Mittelkonsole. Die Armlehne verfügt über verschiebbare Becherhalter (wahlweise einzeln oder gemeinsam freigebend) und ein praktisches Smartphone-Fach. Darunter nutzt Volvo den flachen EV-Boden optimal aus und bietet eine flache Ablage für Taschen oder lose Gegenstände. Darüber befindet sich ein tiefes, ausklappbares Fach anstelle des klassischen Handschuhfachs sowie ein weiteres Fach für den NFC-Kartenleser. Das ist eines der durchdachtesten Innenraum-Paketierungen, die wir je gesehen haben.
Es ist zu begrüßen, dass es ein separates Fahrerdisplay für Geschwindigkeit, Batteriestatus und Assistenzinformationen gibt, sodass der Blick nicht ständig auf den großen Zentralbildschirm gerichtet werden muss. Erfreulich ist auch, dass der große Hauptbildschirm nun horizontal statt vertikal wie bei früheren Volvo-Modellen ausgerichtet ist – auch wenn wir uns die Rückkehr ein paar physischer Tasten wünschen würden. Die einzelne Kristall-Lautstärkewalze reicht schlicht nicht aus. Die unintuitive Bildschirmoberfläche ist der schwächste Punkt des Innenraums: Während sich alles andere typisch nach Volvo anfühlt, wirkt das UI, als könnte es von jedem beliebigen Android-Tablet stammen.
Der Sitzkomfort setzt sich in der zweiten Reihe fort, wo verstellbare Rückenlehnen und echte Lendenwirbelunterstützung durch äußere Sitzheizungen ergänzt werden. Man genießt hier ein enormes Raumgefühl, das durch das Glasdach zusätzlich verstärkt wird. Auf dieser Rückbank hält man es auch auf langen Fahrten problemlos aus.
Der Kofferraum bietet eine angemessene Größe und Tiefe, die dem Segment voll entspricht.
Kleines Lenkrad, gewaltige Beschleunigung
Der EX60 P10 als Mittelklasse- und Midgrade-Variante leistet satte 503 PS und ein Drehmoment von 524 lb-ft (ca. 711 Nm) aus seinem Allradantrieb mit Dual-Motor. Bei unseren Testfahrten auf der Rennstrecke absolvierte er die Viertelmeile in 12,2 Sekunden bei 115,3 mph und beschleunigte in 3,9 Sekunden von 0 auf 60 mph. Uns ist bewusst, dass es fast müßig ist, über die Beschleunigung von Elektroautos zu schwärmen, aber dieser Spurt hätte mühelos mit einem 2004er Porsche 911 GT3 Schritt gehalten. Und das in einem 5.000 Pfund (ca. 2,27 Tonnen) schweren SUV, das eher für den Schulweg als für Amp
